Gelungene Premiere für das mTourismuscamp

Am 01. Dezember 2011 fand in Hannover das erste mTourismuscamp statt. Angelehnt an die erfolgreiche Idee des Tourismuscamp, das traditionell von Tourismuszukunft und Partnern in Eichstätt veranstaltet wird, lag der Fokus des eintägigen Treffens in Hannover speziell auf mobilen Themen und Fragestellungen.

Wir wollten natürlich auch wissen, was unsere Branche bewegt. Und wir wollten mitdiskutieren über aktuelle Trends und wie verschiedene Entwicklungen im mobilen Umfeld einzuschätzen sind. Ganz im Sinne eines Barcamps wurden die Sessions von den Teilnehmern zu Beginn der Veranstaltung selbst zusammengestellt. Zwischen den Sessions gab es ausreichend Zeit für interessante Gespräche und weiteren Erfahrungsaustausch. Was haben wir gelernt?

  • Content ist auch mobil sehr wichtig, doch nur wenn der Inhalt auch in einem passenden Kontext für den mobilen Anwender bereitgestellt wird, entsteht eine echter Mehrwert.
  • Die Geoposition ist zwar ein wichtiger, aber nicht der einzig relevante Kontext-Parameter.
  • Kostenlose WLAN Angebote in Tourismusdestinationen sind auf dem Vormarsch. Österreich ist hier gefühlt mal wieder einen großen Schritt voraus, da es in vielen Destinationen schon solche Angebote gibt.
  • Es gibt viel Diskussion zum Thema App oder nicht App – wir sind der Meinung, dass Ziele, Zielgruppen und Mehrwert eine entscheidende Rolle bei der individuellen Beantwortung diese Frage spielen sollten.
  • Mobile Webseiten werden immer wichtiger – mit HTML-5 kommt die mobile Webseite näher an die App ran – allerdings können mobile Webseiten nach wie vor nicht jeden Mehrwert einer guten App ersetzten. Best Practice Beispiele für wirklich gute mobile Webseiten sind derzeit noch Mangelware.
  • Touristen und Besucher sollten mehr auf mobile Angebote in Destinationen hingewiesen werden. Oft gibt es Apps und mobile Webseiten, die allerdings zu wenig bekannt sind. Warum nicht im Eingangsbereich und in der  Begrüßungsmappe im Hotelzimmer neben den vielen Flyern auch auf die mobilen Angebote hinweisen? Warum nicht in Print Marketing Material einen QR-Code mit Link zum App Store oder Android Market abbilden?
  • Check-Ins, Coupons und sonstige Rabatt-Angebote sind ein spannendes Thema für den Tourismus – allerdings fehlen auch hier Best Practice Beispiele. Diese werden aber gebraucht um einen erfolgreichen Pfad aufzuzeigen und die allgemeine Ungewissheit darüber zu nehmen, welches die „richtigen“ Plattformen und Anwendungen sind, die sich vielleicht durchsetzen werden.

Um für den Aufbruch in die nächste Mobile 2.0 Generation kontext-adaptiver Anwendungen im Tourismus gerüstet zu sein, braucht es Strategien für kontext-fähigen Content. So wird es zum Beispiel immer wichtiger, aktuelle Öffnungszeiten und Preisinformationen für POIs bereitzustellen. Auch Auszeichnungen, die dann für einen bestimmten Anwendungsfall ausgewertet werden können, z.B. “für schlechtes Wetter geeignet” oder „für Familien mit Kindern interessant“ können helfen, die für den individuellen Kontext eines Touristen passenden Informationen anzubieten. Technik alleine wird allerdings keine erfolgreichen Best-Practice Ergebnisse hervorbringen. Gefragt sind innovative Strategien und Konzepte, wie Geschichten aus den Destinationen auch mobil erzählt werden können. Am besten nicht nur in einer App oder einer mobilen Webseite der Destination, sondern von vielen Anwendungen, die den über standardisierte Schnittstellen von der Destination bereitgestellten Content 2.0 verwerten und mobil erzählen können.

In Summe eine sehr gelungene und gut organisierte Veranstaltung, die mit dem Modul 57 auch einen passenden Veranstaltungsort gefunden hat und im Terminkalender für das nächste Jahr schon fest vorgemerkt ist.